Category: Fachliches_Informatives

„Wenn die Umstände passen, sind wir Menschen in der Lage zu töten…“

Angesichts der zunehmenden Terrorattacken im europäischen Raum suchen wir nach Erklärungen für diese Phänomene. Auf einer dieser Suchaktionen bin ich im Netz auf das u.a. Interview mit  dem Psychotherapeut Jan Ilhan Kizilhan gestoßen. Er behandelt Frauen und Kinder, die in den Fängen des „Islamischen Staats“ waren.

Ein Gespräch über Täter, Opfer und die Abgründe der menschlichen Psyche.

Auszüge aus dem INTERVIEW von Spektrum.de mit Professor Kizilhan (hier klicken):
„Man muss leider ganz klar sagen: Wenn die Umstände passen, sind wir Menschen in der Lage zu töten. Ich bin der Ansicht, dass sich, wenn wir wieder eine Diktatur in Deutschland hätten, auch heute noch ausreichend Leute fänden, die bereit wären, für das Regime zu foltern und zu morden.“

Ein Gespräch über Täter, Opfer und die Abgründe der menschlichen Psyche mit Jan Ilhan Kizilhan
(Professor an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Villingen-Schwenningen und medizinisch-psychologischer Leiter eines Projekts des Landes Baden-Württemberg, das mehr als 1100 überwiegend jesidischen Frauen und Kindern, die in IS-Geiselhaft waren, eine kultursensible Traumatherapie ermöglicht.)

„Wir alle haben ein Potenzial für Gewalt und eines für Liebe. Welches wir nutzen, hängt von vielen Faktoren ab. Töten wir einen Menschen, müssen wir unser Handeln rechtfertigen. Dafür dient eine Ideologie, sei sie religiöser, ethnischer oder nationalistischer Natur. Ich habe mit einem Mann gesprochen, der mit seiner Frau und seinen zwei Kindern von Bosnien nach Rakka gezogen ist, um sich dem Heiligen Krieg anzuschließen. Tagsüber köpfte er Menschen und vergewaltigte jesidische Mädchen, abends war er ein fürsorglicher Familienvater, der seine Kinder liebte, wie ich meine.“

WAS SIND DIE MOTIVE?
„Es gibt immer Personen, die nach Ordnung suchen und es als große Erleichterung empfinden, wenn andere ihnen sagen, was zu tun ist. Sie gehorchen, wenn sie dafür ausreichend belohnt werden. Manchen Menschen bereitet es zudem regelrecht Freude, andere zu erniedrigen und zu quälen. Außerdem wissen wir aus verschiedenen Studien, dass Menschen, die misshandelt worden sind, später häufig selbst zu Gewalt neigen. Aber einige der Täter sind sozial und biografisch völlig unauffällig. Sie sind zuvor weder aggressiv in Erscheinung getreten noch waren sie selbst Opfer von Gewalt.“

wb

1. Internationale eupax Fachtagung „Im Dialog – aus der Praxis für die Praxis“ 19. – 21.05.2017

für

  • Gewaltberater_innen
  • Phaemoberater_innen
  • Phaemotherapeuten_innen

Im Heinrich-Pesch-Haus in Ludwigshafen / Mannheim

19. – 21.05.2017

eupax-tagung-2017

eupax Tagung der Phaemoberater_innen und Gewaltberater_innen

Download eupax Tagung-2017

10 Jahre Streetlife / 10 Jahre euline – Erfolgreiches eupax-Treffen in Wolfsburg

Das Herbsttreffen der eupax_euline fand diesmal in einem außergewöhnlichen Rahmen statt. Zunächst waren die TN unseres Treffens Gäste bei der Jubiläumsfeier von  `Streetlife`, einem Vorzeige`projekt` zur Kriminalprävention der Stadt Wolfsburg, das schon lange durch seine belegbaren Erfolge den Charakter eines Projektes verloren hat und zu einer festen Instanz in dem Bemühen der Wolfsburger um ihre Jugendlichen geworden ist. Zahlreiche Repräsentanten der Stadt Wolfsburg, u.a. auch der Polizeipräsident und weitere Behördenvertreter_innen , machten diese Veranstaltung zu einem vollen Erfolg für die Initiatioren. Dies ist insbesondere unseren beiden Gewaltberatungskollegen in Anbetracht ihres Engagements von Herzen zu gönnen. Zudem haben sie sich ´sehr ins Zeug gelegt`, um diese Veranstaltung zu planen und mit starkem persönlichen Einsatz durchzuführen. Der Vortrag von J. Lempert mit dem Thema „Denken, Fühlen, Handeln – Männer in der Krise“, in dem es schwerpunktmäßig um die Grundlagen für das Gelingen von Veränderung geht, sowie weitere Beiträge zur sexualisierten Gewalt (Th. Hölscher) und zu den Rahmenbedingungen, personellen Ressourcen, dem Arbeitsansatz und den Schwierigkeiten einer Gewaltberatungspraxis im Rahmen eines Heimes für sexualisiert gewalttätige Jugendliche (kjg ebener, Bordesholm) machten diesen Tag auch für unsere TN zu einem attraktiven Event.

Am darauffolgenden Freitag würdigten die TN dann das 10-jährige Bestehen der Täterhotline euline. Am Vormittag trafen wir uns mit örtlichen Vertretern_innen aus Justiz, Polizei und Bewährungshilfe zu einem Fachgespräch mit dem Thema „Entwicklung oder Stillstand – Gewalt verhindern“, in dem es darum ging auszuloten, welche Wege eine funktionierende Kooperation von staatlichen Institutionen und professionellen Beratungseinrichtungen für gewalttätige Männer und Frauen braucht. Mit großer Freude können wir auf einen lebendigen, engagierten und informativen Austausch aller Beteiligten zurückblicken, der nicht nur bestehende Informationsdefizite beseitigen konnte und für eine verstärkte Publizität unseres Verbandes und unseres Arbeitsansatzes sorgte, sondern auch lebhafte inhaltliche Diskussionen aufwies, die unsere Erwartungen an dieses Treffen weit übertrafen.

Umso unerfreulicher war die Erfahrung, dass zu dem von uns für den im Anschluss geplanten und per Pressemitteilung angekündigten Gespräch mit Vertretern_innen der Presse niemand erschien. Angesichts des tags darauf in der örtlichen Zeitung erschienenen Kurz-Artikels zu der `Streetlife`-Veranstaltung, der von Mitarbeitern dieser Einrichtung nur mit einem resignierten Schulterzucken quittiert wurde, können wir vielleicht auch froh sein, dass wir von derartigen Presseerzeugnissen verschont blieben; nicht immer sind sie unserer Sache dienlich.

Mit einem derartigen Desinteresse an unseren Aktivitäten von Seiten der Medien vertraut, wandten wir uns am Nachmittag den aktuellen Themen für unser eupax_euline-Verbandstreffen zu. Diese wurden im Vorfeld von Gewaltberatern_innen sowie Tätertherapeuten_innen aus Österreich, der Schweiz, Luxemburg und Deutschland, die maßgeblich an der Arbeit und der Fortentwicklung des Arbeitsansatzes der eupax interessiert sind, vorgeschlagen und gesammelt.

Da das Protokoll zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Beitrages noch nicht vorlag, kann auf die wesentlichen Ergebnisse dieses Treffens noch nicht eingegangen werden. Dies wird in der nächsten Zeit nachgeholt.

Wolfgang Brandt

eupax Beratungsstelle Hildesheim

Väterliche Zeitreise – die Vaterrolle im Wandel

„Die Rolle des Vaters hinsichtlich seiner Stellung innerhalb der Familie hat sich im Laufe der Geschichte stark verändert. Vom uneingeschränkten Patriarchen bis hin zum modernen Vater der Gegenwart war es ein weiter Weg. Wir laden Sie heute auf eine kurzweilige Zeitreise durch das Vaterbild im Wandel ein.“

So beginnt der Artikel über die väterliche Zeitreise auf der Webseite von vaterfreuden.de. Ein kurzer Abriss über die Geschichte der Väter mit einem Blick in die Jetzt-Zeit. Nichts Welt bewegendes, jedoch ein informativer Überblick.

Wolfgang Brandt

http://www.eupax.eu/beratungsstellen/eupax_hildesheim.php

Männer und ihre Väter – eine unendliche Geschichte

Peter Kölln befasst sich in seiner ‚Montagskolumne‘ mit dieser ‚unendlichen‘ Geschichte und beschreibt auf eindrucksvolle Weise seine Erfahrungen.  Ich greife diesen Beitrag auf, weil dieses Thema auch in meiner Beratungspraxis des Öfteren auftaucht. Es nimmt dann nicht nur einen großen Raum ein, sondern ist mit vielfältigen Emotionen unterlegt, die sich im Laufe der Gespräche urplötzlich an die Oberfläche ‚kämpfen‘ und sich mit Kraft Luft verschaffen. Zu lange wurden sie weg gedrückt, verdrängt oder rationalisierend ‚umgedichtet‘. Die Möglichkeit, mit einem anderen Mann über vergangene Kränkungen durch den Vater zu sprechen, bietet Ansätze von Erleichterung und Entlastung. Andererseits ersetzt es nicht die direkte Aussprache mit dem Vater, die Konfrontation des Älteren durch den Sohn. Erst hierdurch wird die emancipatio, die „Entlassung des Sohns aus der väterlichen Gewalt“ (aus dem Lateinischen übersetzt), ermöglicht. Hieraus erwächst eine Energie, die nachhaltig und heilend wirken kann; vielleicht nicht in der Beziehung zwischen Vater und Sohn, auf jeden Fall aber für das weitere Leben und Erleben des jüngeren Mannes.

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Wolfgang Brandt

eupax Beratungsstelle Hildesheim

Männer_Gewaltberatung Hildesheim

 

Vorurteil Trampel und Täter – Radiosendung auf Bayern 2

Die Journalistin Doris Weber hat für einen Rundfunkbeitrag  auf BR 2 in der Reihe ‚Evangelische Perspektiven‘ u.a. auch ein Interview mit unserem Kollegen Hubert Frank, Mainz, geführt. Auszüge aus diesem Gespräch sind in dem u.a. podcast zu hören.

Angesichts der Bestrebungen der eupax, ausgehend von einem ‚Männertelefon‘ kompetente Männerberatung im deutschsprachigen europäischen Raum anzubieten, ist dieser Beitrag insofern interessant, als er auf die bestehenden Problematiken eines ‚verkorksten‘ Jungen- und Männerbildes in der Öffentlichkeit hinweist.

Ankündigungstext:

„Vorurteil Trampel und Täter – 20.07.2014

Das Bild in unseren Köpfen steht fest: Jungen und Männer sind Täter, Frauen sind Opfer. Männer wollen nur das eine. Unfug, sagt Doris Weber: Natürlich sind Jungen und Männer auch Opfer – aber sie sagen es nicht. Männer sind nicht nur Sexmaschinen. Nach Jahrzehnten der Frauenbewegung ist ein Geschlecht vergessen worden. Das liegt den Männern schwer auf der Seele. Und dann ist auch noch das christliche Gottesbild als arg männliche Projektion entlarvt worden. Wann ist ein Mann ein Mann? Ist es Zeit für eine neue Männerbewegung? Vorurteil Trampel und Täter, so ist die folgende halbe Stunde überschrieben.“

http://www.br-online.de/podcast/mp3-download/bayern2/mp3-download-podcast-evangelische-perspektiven.shtml

Wolfgang Brandt

eupax Beratungsstelle Hildesheim

Phaemopraxis Hildesheim