Category: Film / Literatur

Khane-ye doust kojast? (Wo ist das Haus meines Freundes?) (1987)

Ein wunderbarer Film über Jungefreundschaft und -beharrlichkeit.
Eine Schulklasse mit strengem Lehrer und verschüchterten Kindern. Ein Knabe hat bereits zweimal das Schulheft vergessen, ihm droht Bestrafung. Ein anderer hat aus Versehen sein Heft mit heim genommen: Um die angekündigte Strafe abzuwenden, macht er sich gegen die Bedenken seiner Mutter auf ins Nachbardorf. Fast der ganze Film handelt vom Überqueren des Bergs, der die Dörfer trennt, vom Verlieren des Wegs, vom Suchen des Hauses, von vergeblichen Fragen, vom Durchirren des Nachbardorfs, von wachsender Sorge, Verzweiflung und von der Unbeirrbarkeit eines Knaben, einem anderen, der sein Freund ist, zu helfen.

Ein Schlüssel zum iranischen Kino und ein Film, dessen Pracht in seiner Schlichtheit und dessen Intensität in seiner Ruhe beschlossen ist. Koker, ein Bergdorf im Norden des Iran.

 

Aus dem Programm des Österreichischen Fimmuseums.

Ausstellung „Tschuschenkofferhabitat“, Wien

– Über den Wohnraum der berühmtesten Flüchtlingsfamilie unserer Kultur –

10 Inszenierte Fotografien (30×45 cm, Chroma Lux,)

In den 70iger Jahren war der Begriff „Tschusch“ eine abfällige Bezeichnung
eines Ausländers, meist aus Jugoslawien kommend. Der „Tschuschenkoffer“ war
der Plastiksack, der oft anstatt eines Koffers verwendet wurde. Die meisten
Flüchtlinge der jüngeren Geschichte kamen ebenfalls mit Plastiksäcken bei
uns an. Im Zuge der ganzen Debatte um unsere Leitkultur und deren
Vermittlung bin ich auf die berühmteste Flüchtlingsfamilie unserer Kultur
gestoßen – die Heilige Familie zu Weihnachten. Sie würden heute wohl auch
mit Plastiksack reisen. Statt einer Krippe, bewohnen sie ab jetzt ihren
Plastiksack.

Fotoausstellung von Irene Kernthaler-Moser im Club-Alpha, Wien

Kinofilm: „Stillleben“ von Sebastian Meise – jetzt im Kino

Ein ausgezeichneter Film zum Problem von Männern, die sich sexuell zu Kindern hingezogen fühlen.

Kurzbeschreibung von der Filmwebseite:

„Ich möchte dir gern beim Duschen zuschauen. Du trocknest dich nicht ab. Du setzt dich auf meinen Schoß. Dann trockne ich dich ab. Ich möchte deinen Körper streicheln. Dabei möchte ich dich Lydia nennen.“

Als Bernhard, ein junger Mann, diese Anweisungen als Brief an eine junge Prostituierte findet, ändert sich das Leben einer Familie von Grund auf. Denn der Verfasser dieses Textes ist Bernhards Vater und Lydia, das ist der Name von Bernhards Schwester.

Als Lydia nach Hause kommt, um ihren Vater bei der Therapie gegen seine Alkoholkrankheit zu unterstützen, stößt auch Bernhard zur Familiengruppensitzung. Er legt mit starrer Miene den gefundenen Zettel auf den Tisch, woraufhin der Vater wortlos hinausgeht. Es wird überhaupt nicht viel geredet in diesem Film, aber die Sprachlosigkeit der Familienmitglieder ist keine existenzielle, sie verweist eher auf die Tendenz zum Verdrängen, zum Verschweigen von Problemen. Dabei wird die Zuneigung der Charaktere für einander durchaus spürbar, aber offen ausgetragene Konflikte würden die nach außen hin heile Welt stören. Deshalb kann der Vater auch unmöglich über seine pädophile Neigung sprechen, aber er lässt die bisher versteckte Kiste mit den Kinderfotos von Lydia offen in der Werkstatt liegen. …

Stillleben-derfilm

Kindesmissbrauch und Prävention – Wie Täter sich das Vertrauen der Opfer erschleichen

Zu diesem Thema ist auf der Internetseite vom ZDF in der Reihe 37° ein Video zu sehen und ein Interview mit Urula Enders zu Möglichkeiten der Prävention zu lesen. Beides nicht uninteressant und in der Kürze sehr informativ.

http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1000432/Kindesmissbrauch-und-Praevention

Wolfgang Brandt
Gewaltberater/ Tätertherapeut
www.konflikt-gewaltberatung-hildesheim.de

Wie Missbraucher funktionieren

Wie Missbraucher funktionieren, beschreibt Jürgen Dehmers in seinem Buch «WIE LAUT SOLL ICH DENN NOCH SCHREIEN?» (Rowohlt Verlag, 1. Auflage Sept. 2011) eindrücklich aus der Opferperspektive: «(…) aus heutiger Sicht betrachtet, kommt es mir vor wie ein Urlaub zweier Erwachsener, zweier Gleichberechtiger. Ein dreizehnjähriger Junge mit einem Mann Mitte vierzig, einem Jungen, dem alle Grenzen durch die Begleitung dieses Erwachsenen genommen wurden» (S. 57f). Das ist nur eine von unzähligen weiteren Grenzauflösungen in diesem atemlosen Bericht.

Jürgen Dehmers geht auch auf das Thema Verantwortungsabgabe ein. Anlässlich eines Briefwechsels zwischen ihm und seinem Peiniger redet Jürgen Dehmers Klartext: «Du hast mich während meiner Schulzeit in deiner Heimfamilie permanent sexuell belästigt und attakiert.» (S. 117). Der Täter geht in seinen Antwortschreiben mit keinem Wort darauf ein, weicht auf Nebengeleise aus und versucht die Verantwortung an sein Opfer zu delegieren, indem er ihm unterstellt, es sei nicht in der Lage, das was passiert ist, richtig einzuschätzen.

Ein trauriges Buch, für das es einzig diese Empfehlung gibt: LESEN! SOFORT!

Kinofilm: „Stillleben“ von Sebastian Meise – jetzt im Kino

Ein ausgezeichneter Film zum Problem von Männern, die sich sexuell zu Kindern hingezogen fühlen.

Kurzbeschreibung von der Filmwebseite:

„Ich möchte dir gern beim Duschen zuschauen. Du trocknest dich nicht ab. Du setzt dich auf meinen Schoß. Dann trockne ich dich ab. Ich möchte deinen Körper streicheln. Dabei möchte ich dich Lydia nennen.“

Als Bernhard, ein jung er Mann, diese Anweisungen als Brief an eine junge Prostituierte findet, ändert sich das Leben einer Familie von Grund auf. Denn der Verfasser dieses Textes ist Bernhards Vater und Lydia, das ist der Name von Bernhards Schwester.

Als Lydia nach Hause kommt, um ihren Vater bei der Therapie gegen seine Alkoholkrankheit zu unterstützen, stößt auch Bernhard zur Familiengruppensitzung. Er legt mit starrer Miene den gefundenen Zettel auf den Tisch, woraufhin der Vater wortlos hinausgeht. Es wird überhaupt nicht viel geredet in diesem Film, aber die Sprachlosigkeit der Familienmitglieder ist keine existenzielle, sie verweist eher auf die Tendenz zum Verdrängen, zum Verschweigen von Problemen. Dabei wird die Zuneigung der Charaktere für einander durchaus spürbar, aber offen ausgetragene Konflikte würden die nach außen hin heile Welt stören. Deshalb kann der Vater auch unmöglich über seine pädophile Neigung sprechen, aber er lässt die bisher versteckte Kiste mit den Kinderfotos von Lydia offen in der Werkstatt liegen. …

Stillleben-derfilm