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Sexuelle Gewalt gegen Männer

Der heutige ausführliche Artikel in der SZ hat mich sehr erschüttert und ich möchte ihn den LeserInnen dieses blogs zur Lektüre empfehlen.

 

Von Arne Perras, Kampala

„Sexuelle Gewalt als Waffe kommt fast überall dort zum Einsatz, wo sich Menschen bekriegen. Opfer sind in der öffentlichen Wahrnehmung vor allem Frauen – doch auch Männer werden systematisch vergewaltigt. Einer von ihnen ist der Kongolese Charles Kasereka: die Geschichte eines Mannes, der an seinem Martyrium zerbrochen ist.“     SZ vom 12. Januar 2012

Die US-Wissenschaftlerin Lara Stemple stellt in ihrer Untersuchung fest:  „Männer tauchen als Opfer kaum auf (…), obgleich sexuelle Gewalt gegen Männer ebenfalls weit verbreitet ist, wie neuere Studien aus Kongo und Liberia zeigen.“ Sie stellt fest, dass sich die Hilfsorganisationen bisher in vielfacher Weise um die Opfer von sexueller Gewalt kümmern,   „doch dabei geht es fast immer um Frauen.“   Männer als Opfer tauchen kaum auf. Sie passen als solche nicht in das stereotype Bild, das sich die Menschen machen    „…werden Frauen stets als schwach betrachtet, sie sind immer und überall die Opfer. Männer hingegen sind stark und aggressiv und folglich die Täter.“    So ist es auch nicht verwunderlich, dass die „UN-Resolution 1325 aus dem Jahr 2000 zwar einen besseren Schutz von Frauen in Konfliktzonen einfordert, über sexuelle Gewalt gegen Männer jedoch nichts aussagt.

 

Wolfgang Brandt
www.konflikt-gewaltberatung-hildesheim.de

 

1 Kommentar

  1. Faber Jerry

    Hallo Wolfgang,

    In meiner täglichen Arbeit mit drogenabhängigen Menschen, hauptsächlich junge erwachsene und ältere Männer, mache ich früher oder später die traurige Entdeckung, dass viele von ihnen Betroffene sexueller Gewalt, in ihrer Kindheit, sind. Sie leiden noch heute unter den Folgen dieser Ereignisse. Der Drogenkonsum ist ein verzweifelter Versuch mit der Not und dem Leid klar zu kommen.

    Neben sexueller Gewalt ist körperliche( Misshandlungen) und psychische Gewalt( Erniedrigungen und Demütigungen) ebenfalls sehr häufig.

    Meistens sind Familienangehörige die TäterInnen.

    Die Männer leiden unter chronischen Traumafolgen und sind nicht in der Lage ihr Leben auf die Reihe zu bekommen.

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